Nach sechs Wochen wurde der Lockdown im Niger beendet und die Kinder durften letzte Woche zurück in ihre Schulen. Allerdings mit ähnlichen Maßnahmen (Abstandhalten und Händewaschen) wie in Österreich. Um die verlorene Zeit wett zu machen, wird im Niger vermutlich ein Teil der Ferien gestrichen werden. Umso nötiger brauchen die Kinder Essen.

Dank großzügiger Spenden konnte die von Ines Kohl und Akidima Effad gegründete Hilfsorganisation IMARAN den beiden Schulen in Intadeynawen und Inguilechan schnell ein Budget von 2.000 EURO schicken, mit dem sie nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch große Wasserbehälter für jede Klasse ankaufen konnten. Auch wenn Covid-19 in der Sahara zum Glück (noch) kein Thema ist, so ist Hände waschen mit Seife unter fließendem Wasser etwas ganz Besonderes für die Kinder. Und wichtig – weniger wegen Corona, als für die generelle Hygiene im Alltag. Die gekauften Nahrungsmittel (Reis, Nudeln, Öl, etc.) werden den Sommer über ausreichen.

Der Staat Niger hatte während des Corona-Lockdowns keine Gehälter bezahlt. Auch hier konnte IMARAN einspringen und hat den jeweils drei Lehrerinnen und Lehrern und den beiden Köchen der Schulen ein Monatsgehalt finanziert. Das ist wichtig, denn ohne Bezahlung kann es sich niemand leisten an einer Schule in der Sahara zu unterrichten. Auch das Lehrpersonal hat Familien zu versorgen.

IMARAN sagt DANKE für die Spenden!

Ines Kohl & Akidima Effad

Lasst euch von den Fotos, die unser Haus & Hof-Fotograf Elisu, trotz Wind, Hitze und schlechtem Handy gemacht hat, inspirieren. Den Kindern geht es gut und die Freude ist groß!

Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, BIC: RLNWATWW, IBAN: AT10 3200 0000 1018 7037

Website: http://www.ines-kohl.com/imaran/


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 Von Hans Geißlhofer (Mitarbeit Hans Bogenreiter).

Die weltweite Krise hat auch den afrikanischen Kontinent völlig unvorbereitet getroffen. Als langjähriger Entwicklungshelfer war ich zuerst der Meinung, die Ausgangsbeschränkungen und die oft unpraktikablen Hygienevorschriften wären überzogen, und verursachen nur noch mehr Leid bei den Ärmsten, die sich weder an Abstände halten, noch regelmäßig waschen oder gar desinfizieren können. Und Afrika lebt ja seit Jahrhunderten mit dem Tod im Angesicht: Sklaverei, Ausbeutung, Dürren, Überschwemmungen, Epidemien wie Cholera, Aids und Ebola etc. Es gibt auch viel zu wenig Test-Möglichkeiten, und die modernen Gesundheitssysteme, die am Land nie wirklich funktioniert haben, wurden durch die neoliberalen Auflagen des Währungsfonds nun endgültig kaputtgespart. In dieser Situation wendeten sich – schon lange vor Corona – viele Leute wieder ihren eigenen Heilpflanzen zu. Es gibt einfache pragmatische Einschätzungen, bei welchen Krankheiten man wohin gehen sollte, bei manchen ist Schulmedizin unumgänglich, bei anderen geht man lieber zum traditionellen Heiler. Auch die österreichische EZA unterstützte jahrelang ein Projekt, in dem die Wirkungen von moderner und traditioneller Medizin im Senegal wissenschaftlich verglichen wurden.

Hans Geißlhofer arbeitete fast 40 Jahre vor Ort in der Entwicklungszusammenarbeit, vor allem in Afrika (hier im Senegal). Foto: H.G.

Es war von dem, leider vor einigen Jahren verstorbenen, Professor für Ethnomedizin Dr.Dr. Armin Prinz 1986 initiiert worden, und wurde von der in Dakar ansässigen Umwelt-NGO ENDA mit der Uni von Dakar – die dazu einen Heilpflanzengarten anlegte – und einer Heiler-Kooperative durchgeführt. In Madagaskar gab es seit 1975 auf Initiative eines engagierten Professors, Albert Rakoto Ratsimamanga, Gründer von IMRA (Madagassisches Institut für angewandte Forschung) den Aufbau einer eigenen Heilpflanzenproduktion gegen Malaria auf Basis von Artesimia annua, einem uralten chinesischen Heilkraut, das auch in Teilen Europas wächst. Diese Pflanze war auch vom Vietcong im Vietnamkrieg verwendet worden, und hätte dadurch sogar indirekt zum Sieg beigetragen, da sie die Partisanen besser vor Malaria geschützt hat, als die von den Amerikanern verwendeten Medikamente. Sie wurde dann auch in Madagaskar und anderen Ländern zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria erfolgreich eingesetzt, und sogar von der WHO 2001 empfohlen. Allerdings hat man diese Empfehlung 2004 wieder zurückgezogen. In der Zwischenzeit hatten sich aber schon viele Bauern auf den Anbau spezialisiert und sie produzierten ganz einfach weiter, für den Eigenbedarf und zum Export in die Nachbarländer.

Als die Corona Krise ausbrach, war auch die Tante des jungen madagassischen Präsidenten Andry Rajoelina (Foto rechts, Wikimedia) betroffen, und nachdem eine Behandlung mit dem Malaria-Mittel Hydrochloroquin nicht fruchtete, versuchte man es mit Artemisia, und die Tante war nach 2 Tagen gesund. Der Präsident ließ das Mittel mit dem Namen COVID-Organics dann auch noch vom Forschungsinstitut IMRA in Tananarivo im Schnelltest untersuchen. Das positive Ergebnis kommunzierte er in einer Videokonferenz der Organisation für afrikanische Einheit an viele Präsidenten afrikanischer Staaten.

Einige dieser Länder bestellten sofort Probe-Lieferungen. In Guinea-Bissau waren sowohl der Premierminister als auch vier weitere Regierungsmitglieder an Corona erkrankt, und so wurde das Flugzeug mit den ersten Proben Anfang Mai dorthin geschickt, und diese wurden auch in Nachbarländer verteilt. Der Tschad hat nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem Gesundheitsminister, der zuerst dagegen war, aber nach der Kritik der Opposition, er sei nur den Pharmaziekonzernen verpflichtet, nun sogar das Flugzeug des Präsidenten zum Besorgen des Medikaments Mitte Mai nach Atananarivo geschickt. Und Südafrika bietet zur selben Zeit Madagaskar an, die notwendigen Tests für eine internationale medizinische Zulassung und Patentierung des Mittels durchzuführen. Aber es gibt immer noch viel Kritik an diese Vorgangsweise. Die madagassische Akademie der Wissenschaften warnt von etwaigen Nebenwirkungen, aber der Kardinal von Antananarivo Msgnr. Tsarahazana hat das Mittel sehr empfohlen, das berichtete sogar Radio Vatikan auf seinem Portal als erstes europäisches Medium! Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika empfahl am Montag (4. Mai), neue traditionelle Arzneibuchtherapien für Covid-19 vor groß angelegten Studien rigoros zu testen: „Afrikaner verdienen es, Medikamente zu verwenden, die nach den Standards getestet wurden, die für Medikamente gelten, die für Menschen auf der ganzen Welt hergestellt werden”, heißt es in einer Erklärung auf ihrer Website. Darüber haben auch Le Monde, Liberation und Le Point in Frankreich berichtet, und dabei in skeptischem Unterton auf die Versuche in Madagaskar verwiesen, ohne aber auf die Möglichkeiten und Grenzen dieser Heilpflanzentherapie genauer einzugehen. Nun gibt es aber derzeit kein anderes Mittel das sich zu einem schnellen Einsatz empfiehlt. Hydrochloroquin wurde zwar Jahrelang als Malariaprophylaxe eingesetzt, wobei dann aber der Erreger resistent wurde. Bei höherer Dosierung sind gefährliche Nebenwirkungen zu verzeichnen. Remdesivir das gegen Ebola entwickelt wurde ist nun in den USA zugelassen, wird nur in den Intensivstationen eingesetzt, aber wäre in Afrika ohnehin unerreichbar teuer. Natürlich wäre es besser, wenn die traditionelle Medizin genauso rigoros geprüft würde, wie die modernen Medikamente. Aber das finanziert eben niemand! Diese Behandlungen werden als Scharlatanerei verpönt, und westliche Überheblichkeitsgefühl mit eurozentrischen Untertönen feiert fröhliche Urständ.

Dr. Cornelia Wallner-Frisee (Africa Amini Alama) und der Permakulturlehrer Paolo präsentieren Moringa-Samen, Foto: Fabian Vogl  

Nun gibt es aber bereits erfolgversprechende Berichte von MedizinerInnen vom Einsatz von Artemisia. Zusammen mit Moringa wird es in Tablettenform z.B. in Tansania von den österreichischen Ärztinnen DDr. Christine Wallner und deren Tochter Dr. Cornelia Wallner-Frisee erfolgreich eingesetzt: „In Zeiten wie diesen können wir nicht auf groß angelegte Studien warten. Wir müssen handeln und auf altbewährte, kostengünstige Mittel zur Stärkung des Immunsystems zurückgreifen. Und wir sehen, dass es hilft.” Christine Wallner hat in Momella 2009 das Entwicklungsprojekt Africa Amini Alama gegründet. Am 11. Mai 2020 veröffentlichte die in Paris erscheinende und in Afrika vielgelesene Zeitschrift „Jeune Afrique“ ein ausführliches Interview mit der erfahrenen afrikanischen Ärztin Dr. Luisa Dologuélé (frühere Programmmanagerin der UNDP im Kongo und langjährige Forscherin über die Bekämpfung des Chikungunya Virus in der Republik Kongo), worin sie u.a. sagte: „Artemisia annua ist eine bekannte Pflanze, die in China seit mehr als zweitausend Jahren gegen intermittierendes Fieber eingesetzt wird. Sie wurde dann während des Vietnamkrieges verwendet, und dann auch in Afrika. Ihre Wirkung gegen viele Erkrankungen wie parasitäre Krankheiten wie Malaria oder Bilharziose wird traditionell anerkannt. Wir haben daher alle notwendigen Einblicke, um zu wissen, dass der aus dieser Pflanze hergestellte Kräutertee ohne Risiko und ohne Nebenwirkungen ist, was in einer Notsituation wie der von Covid-19 ein wertvolles Gut ist.“ Dr. Dologuélé meinte auch ein Budget von rund 2 Millionen Euro würde ausreichen, um wissenschaftlich festzustellen, ob Artemisia annua gegen Covid-19 wirksam ist. Daher wird gerade ein Hilfsfonds aufgestellt, bekannte afrikanische Stars sollen dies untersützen. https://www.jeuneafrique.com/942074/societe/coronavirus-loms-doit-faciliter-les-recherches-sur-lartemisia/

Der Permakulturlehrer Paolo von Africa Amini Alama mit der Moringa-Pflanze, Foto: Fabian Vogl

Einer der schon lange über die Artemisia-Pflanze und ihre heilende Wirkung gegenüber Malaria in Afrika gearbeitet hat, ist Dr. Jérôme Munyangi, Absolvent der Medizin an der Universität von Kinshasa und Inhaber eines Masters an der Paris Diderot University und eines weiteren an der Universität von Ottawa. Er schickte dem wissenschaftlichen Beirat des Gesundheitsministeriums in seiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, sein Behandlungs-Protokoll zum Einsatz der Heilpflanze gegen COVID-19, das er mit Hilfe der französischen NGO „Maison de l’Artemisia“ ausgearbeitet hatte. Vorerst gab aber es keine Reaktion. Danach aber hat der Präsident Tshisekedi auch eine Probe des Medikaments aus Madagaskar bestellt. „Als die Covid-19-Krise begann, hatte ich bereits schon länger an dieser Pflanze gearbeitet und wir, haben einen daraus hergestellten Kräutertee mit einem Medikament namens „Interferon“ verglichen. Es besteht aus einem Molekül, das auch gegen Corona vermarktet wird. Wir haben die Effekte des Aufgusses beobachtet und das Ergebnis war spektakulär. Der Kräutertee war bei Coronaviren wirksam”, schwärmt Dr. Munyangi über seine Erfahrungen.

Frauenpower bei Africa Amini Alama, ganz oben im Feigenbaum die Gründerin, DDr. Christine Wallner, darunter ihre Tochter Cornelia. 

Ich bin absolut kein Anhänger irgendeiner Verschwörungstheorie. Dass die pharmazeutischen Konzerne im brutalen Konkurrenzkampf um weltweite Märkte für Medikamente und Impfungen nicht an der Propagierung von Heilpflanzen interessiert sind ist ein systemisches Phänomen des Monopolkapitalismus frei nach Karl Marx und nicht das eines einzigen Bösewichtes oder irgendeines Geheimbundes. Wobei Afrika akzeptiert, dass Heilpflanzen nur als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet werden dürfen, weil sie ansonsten Gefahr laufen von der WHO und Pharmaindustrie gemaßregelt zu werden. Wobei ehemalige WHO Mitarbeiter zugeben, dass der Einfluss der Konzerne in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat, im Film „Malaria Business“ des belgischen Fernsehens (via Youtube in Französisch und Englisch zu sehen) sehr plausibel präsentiert. Ob dieser Einfluss dafür ausschlaggebend war, dass die WHO Artesimia zuerst empfohlen, und dann wieder verboten hat, kann ich hier nicht beurteilen. Aber wo bleibt der kritische Journalismus und das Aufdecken von vermuteter Korruption in diesem Zusammenhang? Natürlich waren wir alle in Schockstarre wegen der raschen Ausbreitung der Pandemie, und ich mache meinen grünen Freunden absolut keinen Vorwurf, sie mussten ja mit wenigen verfügbaren Experten rasch entscheiden. Aber dass kritische Beiträge unerwünscht sind, damit ja keine Zweifel an den drastischen Maßnahmen aufkommen, ist mehr als kontraproduktiv. Viele Leute greifen dann erst recht zu dubiosen Internet Kanälen, wo sie zugleich mit Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit mit „infiziert“ werden. Dass erfolgreiche Initiativen zum Einsatz von Heilpflanzen aus Afrika unerwähnt bleiben oder grundsätzlich mit Skepsis bedacht werden auf ist eigentlich ein Skandal – bei aller Vorsicht gegenüber zu schnellen medizinischen Erfolgsmeldungen. Auch Österreichs Medien verhielten sich dazu bisher bedeckt und die renommierte Deutsche Welle (DW) sprach dann von einem „angeblichen Wundermittel“. Immerhin berichtete die DW auch davon, dass das Max-Planck-Institut in Potsdam das Naturheilmittel Covid Organics (Kräutertrunk auf Basis der Artemisia-Pflanze mit dem Wirkstoff Artemisinin) testen wird (Quelle: dw.com, 13.5.2020). Die Sache ist also nun ein außerordentliches Politikum geworden: „Es ist eine Frage der Souveränität“, sagt der Präsident Madagaskars.

Auch Professor Daouda Ndiaye hält viel von der erwähnten Therapie. Als Fachmann für Parasitologie-Mykologie der Uni Dakar (Hauptstadt von Senegal) und Experte für Malaria Behandlungs-Resistenzen der WHO und Erfinder eines revolutionären Malaria-Tests, bringt er auch Afrikas Diskriminierung in dieser Debatte zur Sprache: „Ich spreche für das Prinzip. Heute hat jeder das Recht, klinische Studien durchzuführen. Ich denke, die Afrikaner haben wie alle anderen das Recht, die Wirksamkeit zu testen. Unsere madagassischen Kollegen haben es getan, was wir begrüßen. Im Prinzip muss dies also akzeptiert werden.“

Foto oben: 106 Jahre ist der Meru (Volk, das hauptsächlich in Kenia und teilweise in Tansania lebt). Foto: Africa Amini Alama

Titelfoto: Kinder mit Pulver von Früchten des Baobab. Der afrikanische Affenbrotbaum kann bis zu 2500 Jahre alt werden und einen Durchmesser von 12 Metern erreichen. In Afrika gilt er seit Jahrhunderten als traditionelles Nahrungs- und Heilmittel. Nicht umsonst wird der Baobab-Baum auch Apothekenbaum, Baum des Lebens oder sogar Zauberbaum genannt. Foto: Africa Amini Alama

 


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Auch SAT (Sustainable Agriculture Tanzania, Nachhaltige Landwirtschaft Tansania) muss sich mit den Gefahren der Ausbreitung von Covid-19 auseinandersetzen. Die Gründer, der Vorarlberger Alexander Wostry und seine tansanische Frau Janet Maro, haben bereits (Hygiene)-Maßnahmen getroffen. Die Arbeiten auf den Feldern und bei der Ausbildung gehen aber weiter. Es wurden gerade Workshops für Forstwirtschaft und den Anbau von Kardamon vorbereitet. Alexander Wostry sieht das Coronavirus als einen Weckruf: „Wenn wir jetzt nicht überdenken, wie wir mit dem Klimawandel umgehen, dann schlittern wir direkt in die nächste Krise. Ich glaube, dass diese ganze Geschichte, das Auseinandersetzen mit Hygiene, Sicherheit und so weiter im Zusammenhang mit dem Coronavirus der biologischen Landwirtschaft einen Aufschwung verleihen wird. Erstens, weil sie Ernährungssicherheit garantiert, und zweitens, weil die Umstellung auf Bio auch eine gute Möglichkeit ist, Arbeit zu beschaffen. So glaube ich, dass wir mit der Krise ein neues System aufbauen können. Wir müssen uns jetzt unserer Wünsche und Ziele bewusst werden, um diese vor Augen zu haben, sobald wir die Krise hinter uns gelassen haben. Man darf Afrika nicht vergessen. Die Krise, die wir gerade bewältigen müssen, ist global.“ (Auszug aus Interview mit biovision.ch)

Tansanische Kleinbauernfamilien kann man übrigens mit dem Ankauf von Gewürzen unterstützen. Sie wollen ihre Produkte ein erstes Mal exportieren. Damit sich der Transport lohnt, müssen mindestens 500 Pakete bestellt werden. Am 6. Mai fehlten noch 182 Bestellungen: https://www.gebana.com/projects/ch/project/information/51

Website: www.nlo.at


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DDr. Christine Wallner hat 2009 die Initiative „Africa Alimi Alama”  ins Leben gerufen. Sie lebt direkt vor Ort in Momella im Norden Tansanias und leitet den Verein, der vor allem im Bereich Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft tätig ist, gemeinsam mit ihrer Tochter Mag. Dr. Cornelia Wallner-Frisee mit großem Herzen und unermüdlichem EinsatzÖ: „Wir realisieren dies mit Unterstützung von Spendern und Helfern und freuen uns über jede Unterstützung.” Sie haben nun ein Covid-19 Notfall-Paket geschnürt, das arme Familien unterstützen soll. Auch hier hat sich die Lage dramatisch zugespitzt, was schon aus der Einleitung ihres Aufrufes hervorgeht: „Der Tourismus ist zum Stillstand gekommen und so auch die Wirtschaft des Landes. Die Menschen hier haben Angst – nicht nur Angst um ihre Gesundheit, und ob sie sich vor dem Virus schützen können, sondern es sind die Existenzängste, die sie in ihrem Inneren erschüttern. Viele können ihr tägliches Brot nicht mehr verdienen.“

 

Dazu kommt, dass es Ende April in der Gegend nach heftigen Regenfällen zu Überschwemmungen gekommen ist, die zu großen Ernteausfällen führen werden. Das 45 Euro-Paket besteht aus: Schutzmaske, Seife, Baobab und Moringa (liefern Multivitamine), Mais, Bohnen, Hirse, Übungsblätter für die Schule. Mit vitaminreichem Essen und Bildung soll damit das Überleben von armen Familien gesichert werden. ASANTE SANA.

Spendenkonto: IBAN: AT141200051846031508, Betreff: Covid 19 Notfall-Paket.

Website: www.africaaminialama.com

Projektvorstellung: https://www.solidarische-abenteuer.at/tansania-africa-alimi-alama-afrika-ich-glaube-an-dich/


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Ein Hilferuf aus Kenia

Der Anspruch „Jedes Leben zählt!“ hat im nationalen Kontext in der Corona-Zeit seine Berechtigung, aber global gesehen ist er angesichts des Folgenden purer Zynismus: Laut UNICEF stirbt weltweit alle 10 Sekunden ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger, während in den Industrieländern tagtäglich zehntausende Tonnen von Lebensmitteln im Müll landen. Seriöse Berechnungen gehen davon aus, dass mit dem Entsorgten die Hungernden in Afrika, Asien und Lateinamerika doppelt ernährt werden könnten. Und mit Corona wird sich der Sekundenabstand weiter verringern. „Don´t stand so close to me“ (frei nach Police, nicht der Polizei), Abstand halten, eine der elementarsten Corona-Regeln, verkommt in prekären Lebensumständen zu einem frommen Wunsch. In den Slums drängen sich die Menschen alternativlos auf engstem Raum. Unter solchen Bedingungen kann sich dort ein Virus wie ein Lauffeuer ausbreiten. Beängstigende Aussichten. In Afrika sterben jeden Tag unzählige Menschen an heilbaren Krankheiten, weil die Menschen nicht krankenversichert sind und sich auch keine Medikamente und kein Spital leisten können. Nun kommt eben mit Corona nur eine weitere gefährliche Krankheit dazu. Gerade als ich (Hans Bogenreiter) mich mit diesem Thema intensiver beschäftigte, kam am 28. April via Mail dieser Hilferuf:

Grüße vom OTEPIC Kenya Friedensprojekt

Dear Hans! Ich hoffe, Dir geht’s gut und du bist gesund. Die Situation hier ist schlecht wegen der Covid 19 Pandemie, die Menschen haben Angst und einige sind auch nicht gut informiert über die Krankheit und notwendige Hygienemaßnahmen. Zwei Meter Abstandhalten ist bei uns im dichtbesiedelten Mitume* nicht leicht und auch unsere Transportmittel sind überfüllt. Die Schulen und Restaurants sind geschlossen. Nun arbeitslos gewordene Menschen haben nichts zu essen; sie haben schon bisher von der Hand in den Mund gelebt. Es könnte wegen Corona schon bald einen Lockdown geben, weil die Zahl der Infektionen steigt. Wir haben im Rahmen unseres Projekts eine Anlage zum Händewaschen geschaffen und haben eine Tafel über die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen zu Covid 19 aufgestellt (siehe Fotos). Wir haben es auch geschafft die bedürftigsten Familien hier mit Nahrungsmitteln aus unseren Gärten zu versorgen. Süßkartoffeln, Mais, Bohnen und verschiedene Gemüse werden aber nicht mehr lange ausreichen. Wir haben auch einen Lehrer gefunden, der die Kinder in unserem Waisenhaus unterrichtet (übersetzt aus dem Englischen).

Wir bitten um Spenden für Nahrungsmittel, Desinfektionsmittel, mehr Waschgelegenheiten und die Bezahlung des Lehrers. http://www.otepic.org/support/donate/ Paypal: Angelmc100@gmail.com

Danke sehr für Ihre Unterstützung!

Philip Odhiambo Munyasia, Coordinator, Phone: +254 725429179, Email: otepic07@yahoo.com, Website: www.otepic.org, Mailing Address: PO Box 4627-30200, Kitale, Kenya, Donate: http://bit.ly/1sphng6 -Join the real food revolution! Projektvorstellung in Deutsch: https://www.solidarische-abenteuer.at/kenia-eine-initiative-waechst-weit-ins-land-hinaus/ 

* Ein Slum in der Stadt Kitale im Nordwesten Kenias, in dem Philip, der Gründer von OTEPIC, aufgewachsen ist.


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Heuschreckenplage in Kenia

Nothilfe für betroffene Familien: In einer ohnehin von Dürren und Hunger heimgesuchten Region sind die Menschen derzeit Opfer einer weiteren Katastrophe.

Die verheerendste Heuschreckenplage seit 70 Jahren ist über das Land hereingebrochen. Wenn nicht rasch Maßnahmen getroffen werden, ist ein unvorstellbares Ausmaß an Leid vorprogrammiert: Hunger, Flucht, Konflikte und Tod.

Eine Katastrophe im Anflug

Wetterkapriolen als Ursache: Seit Oktober 2019 verzeichnete Kenia die vierfache Regenmenge. Die feuchten Böden boten optimale Bedingungen für Wüstenheuschrecken, die sich rapide vermehrten und in Riesenschwärmen Felder und Weideland kahlfressen. Ein 1 km² großer Schwarm vertilgt pro Tag die äquivalente Menge an Nahrung für 35.000 Menschen. Mit Stöcken und Trommeln versuchen die verzweifelten Menschen vergeblich, die Schwärme von ihren Feldern zu vertreiben …

Mithelfen, um das Schlimmste zu verhindern

Der Entwicklungshilfeklub und deren Partner-Organisation Oxfam bemühen sich, den Menschen in den betroffenen Ländern Ostafrikas zu helfen. Der Entwicklungshilfeklub wurde um Unterstützung für Kenia gebeten. Konkret geht es um das Verhindern einer Hungerkatastrophe in Gebieten, in denen die Menschen bitter arm und daher besonders gefährdet sind. „Wir wissen nicht genau, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Aber wir wollen nicht warten, bis es zu spät ist, sondern sofort eine Art Sicherheitsnetz für die betroffenen Menschen spannen. Finanzielle Hilfe gibt den Menschen die Sicherheit, dass sie in den nächsten Monaten Nahrungsmittel, Saatgut oder Tierfutter kaufen können. Je nachdem, was am dringendsten gebraucht wird.“ In einer ersten Phase möchte der Entwicklungshilfeklub dazu beitragen, 3.000 Familien zu unterstützen. 

Entwicklungshilfeklub, Böcklinstraße 44, 1020 Wien, Telefon: +43 1 720 51 50, E-Mail: office@eh-klub.at Internet: www.entwicklungshilfeklub.at

Spendenkonto: ERSTE BANK IBAN: AT952011131005405150

Foto: Patrick Ngugi / AP / picturedesk.com


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